Tag-Archiv für 'lichtenhagen'

„Bekackte Deutsche, nichts hat sich geändert…“

Vor einigen Tagen las ich einen Kommentar von Jean-Philipp Baeck in der Taz. In diesem ging es um eine Bürgerratssitzung in Bremen-Vegesack (Näheres bei EndOfRoad). Enden tat der Kommentar so:

„Was in Vegesack passiert ist, ist eine Schande. Und es macht Angst. Nicht auszudenken, wie es werden soll, wenn die Wutbürger richtig loslegen. Schon die Beiratssitzung erinnerte jene, die es erlebt haben, an die Zeit Anfang der 1990. Es liegt nun an allen Vernunftbegabten, zu verhindern, dass Vegesack Schule macht.“

Meiner erster Gedanke war: „Zu spät, Vegesack hat schon lange Schule gemacht.“

Bestätigt wurde ich leider schon heute.

In Berlin kam es gestern zu einer Informationsveranstaltung die der*die gemeine Deutsche Wutbürger*in nur zu gern besuchte. Es waren auch einige Antifaschist*innen vor Ort, die sich jedoch einer Übermacht an widerlichen Deutschen gegenüber sehen mussten. An die Zeit Anfang der 1990er Jahre erinnerten hier die Falschen.

Wer sich das ganze wirklich antun möchte, kann das hier tun. 87 1/2 Minuten rassistischer deutscher Volksmob (oh, entschuldigt diesen Pleonasmus).

Extremismustheoretische Aufregung

Rostock 2012. 20 Jahre nach dem Pogrom im Stadttteil Lichtenhagen.
Wir hatten uns schon über die gepflanzte Deutsche Eiche aufgeregt und unsere Freude zum Ausdruck gebracht, als diese gefällt wurde, da wir dies für unmögliches Gedenken halten.
Nun berichtet das Hamburger Abendblatt darüber, dass die am Rathaus angebrachte Gedenktafel gewaltsam entfernt wurde. Anstatt dieser wurde eine Gedenktafel angebracht, die die Inschrift „Für immer Deutschland“ trug. Das „S“ darin wurde in Runenschrift geschrieben.
Widerlich. Braucht mensch nicht drüber diskutieren.
Doch was schreibt das Hamburger Abendblatt weiter.

Damit ist auch das zweite Symbol zur Erinnerung an die fremdenfeindlichen Krawalle in Lichtenhagen entfernt worden. Die Friedenseiche vor dem Sonnenblumenhaus war nur vier Tage nach ihrer Pflanzung abgesägt worden.

Das hinter diesen beiden „Veränderungen“ komplett andere Gründe stehen wird in keinem Wort erwähnt. Die einen sprechen sich mit ihrer Aktion für ein würdiges Gedenken und einen vernünftigen Ansatz der Aufarbeitung aus, die anderen sind rassistische Nationalisten. Auf ein Stufe gestellt wird hier trotzdem.
Extremismustheorie ick hör‘ dir trapsen!

Dass die in Rostock ansässige Ostsee-Zeitung auf ihrer Startseite von „möglicherweise aus dem rechtsextremistischen Umfeld stammenden Täter[n]“ spricht, komplettiert diesen Hohn nur noch.

„[…] irgendwelche Dummköpfe haben hier also Unsinn gemacht“

Deutschland 2012:

„Laut Gerücht […] wollnse den Block anstecken“

– Anwohner in Wolgast


„Bereits in der ersten Nacht gröhlt vor den Fenstern eine Gruppe junger Männer, es fliegen Bierflaschen und Steine“

-Panorama3

„Wir ham nix gegen Ausländer […] wenn andere anderer Meinung sind, dann kann ich auch nix dazu […] wir halten uns raus“

– weiterer Anwohner


„Die Flüchtlinge haben entschieden – sobald es dämmert, geht keiner mehr raus“

-Panorama3

„Alles das was bisher gelaufen ist, ist im Rahmen der Normalen“

-Gerd Hamm – Landkreis Vorpommern Greifswald


„Die Flüchtlingskinder hören die Musik des Nachbarn, und sie tanzen zu dem Lied, dessen grausamen Text sie nicht verstehen“

-Panorama3

„Sie kommen unser Land zu holen, muss denn das so sein, sie kommen unser Land zu holen, das schöne deutsche Land, was einst der Führer Adolf Hitler hier geschaffen hat.“

-Musik des Nachbarn

„Das is ne Tat eines einzelnen Verstörten, wenn ich das mal so vorsichtig sagen darf“

– Stefan Weigler, Bürgermeister von Wolgast


NEIN, dürfen sie NICHT Herr Weigler, mit Verlaub, wenn ich das so vorsichtig sagen darf, sie sind ein ARSCHLOCH!

Die Überschrift des Artikel ist übrigens auch ein Zitat des Bürgermeisters….

Seine Meinung, das Rostock Lichtenhagen sich nicht nicht wiederhole, schränkt er mit einem „hoffentlich“ ein. So sicher scheint er sich ja nicht zu sein.

Ich mir auch nicht.

Deutsche Realität 2012

Bericht des NDR bei Panorama3 über ein neues Flüchtlingsheim in Wolgast.

Nazis morden.

An dieser Stelle ein kurzer Nachtrag zu der gestern veröffentlichten Mitteilung der Antifaschistischen Aktion Lüneburg / Uelzen.

Nazis morden.

Dieser Fakt muss ein für alle mal klargestellt werden. Der Angriff auf Olaf Meyer zeigt dies mal wieder deutlich – wer bei einem Angriff eine Waffe, wie ein Messer nutzt, der nimmt den Tod des Gegners mindestens (!) in Kauf.

(mehr…)

Schandfleck entfernt

Die „Arbeitsgruppe antifaschistischer Fuchsschwanz“ hat sich zu einer unserer Meinung nach fälligen (Achtung! Wortwitz!) Aktion bekannt.

(mehr…)