Tag-Archiv für 'dfb'

Manchmal möchten wir Menschen so lange mit Büchern auf den Kopf schlagen,

bis der Inhalt freiwillig freien Speicherplatz belegt.

Aber bei den meisten Menschen wird wohl auch das nicht mehr helfen.
Wie an diversen Kommentaren zur Diskussion um das abgehängte „Kein Fußball den Faschisten“ zu erkennen ist.

User BigWalterHorton kommentiert auf dem Zeitblog

Wenn am Millerntor Länderspiele abgehalten werden, dann muss sich eben auch der Ausrichter anpassen. Alle wissen, dass St. Pauli eine sehr linke Fanszene hat und dass der DFB nicht einmal in die Nähe von Anti-Faschismus (der im Kern auch eine Art des Faschismus ist, die Antifa ist z.B. eine latent kriminelle Organisation) und Linksradikalen gerückt werden will, ist nur allzu verständlich!

Viel peinlicher finde ich, dem DFB vorzuwerfen, auch nur in irgendeiner Form intollerant zu sein, da werden am laufen Band Aktionen gegen Rassismus (das ist etwas anderes Anti-Faschismus) organisiert, es wird ständig Respekt eingefordert. Absolut richtiges Vorgehen des DFB!

Aha, der Kampf gegen Rassismus ist also richtig, der Kampf gegen Faschismus nicht?

User Tobkhan ebenfalls im Zeitblog:

Finde gut, dass das abgehängt wurde. Politik gehört nicht ins Stadion, sondern ins Parlament oder auf die Strasse.

Genau, wir machen das auch immer so. Einfach die persönliche Grundhaltung bei Betreten des Stadions ablegen. Ist ja Party dann.

Auf Facebook kommentiert Kiara Noumez bei den werten Kollegen vom Lichterkarussell:

ihr seid die wahren faschisten fickt euch doch selber alles und verpisst euch aus deutschland!

Kein Kommentar von unserer Seite, wurde direkt adäquat kommentiert.
Diese geballte Ladung Intelligenz konnte sie jedoch nicht auf sich sitzen lassen und konterte noch ein, zwei mal… weiterhin mit vollkommener Intelligenzabstinenz.

Sag mal, hakt es eigentlich so richtig bei euch? Faschismus ist in der Popkultur angekommen und jetzt nur noch eine politische Äußerung, die halt verdeckt werden kann? Das ist schon ganz okay? Weiß eigentlich irgendwer dieser Kommentator*innen wovon er/sie da reden? Sich gegen Faschismus zu stellen, ist keine politische Äußerung – das ist ne verdammte Selbstverständlichkeit!

UPDATE

User AbseitsDesMains… Kommentiert auf Tagesschau.de

Es ist wirklich eine fiese Provokation. Die sog. Anti-Faschisten des FC St. Pauli sind keinen Deut besser, als jene, die sie zu bekämpfen vorgeben. Sie sind ein ideologisches Überbleibsel aus den Straßenkämpfen der Weimarer Republik.

Straßenkämpfer der Weimarer Republik? Soll das ein Lob oder Kritik sein?
und weiter:

Der DFB sollte seine Konsequenzen daraus ziehen und dem ideologisierten FC St. Pauli alle Unterstützung entziehen zzgl. eines Stadionboykotts für die nächsten 10 Jahre auch für alle B-, Jugend- und Frauennationalteams.

Ja warum denn nicht! Endlich mal ein guter Vorschlag!

Eine Perle des kommentierens bietet dann, ebenfalls auf Tagesschau.de User Hermeggidon:

Fussball ist auch fuer Faschisten da

Es ist ja nicht so, dass Sie als Faschist kein Fussball spielen oder anschauen duerften. Im Gegenteil. Fussball soll Menschen verbinden und naehr bringen.

Dass Fussball nicht als Plattform fuer irgendwelche Anschauungen dienen darf ist auch klar. Aber ausschliessen kann man niemanden der sich normal verhaelt. Tipp: Faschisten verhalten sich ueblicherweise normal. Fuer den Rest gibt es das StGb.

Ja soweit kommt es noch. Faschisten sind also ok, solange sie sich „normal“ verhalten? Faschismus darf verdammt nochmal nicht normal sein!

Im Film „300 Juden gegen Franco“ brachte es Salman Salzman schon vor einiger Zeit auf den Punkt.

Troll dich, DFB!

Ich habe keine Lust mehr. Ich habe keine Lust mehr auf in jedem Fall „unpolitisch“. Unpolitisch gibt es nicht. Das ganze Leben ist politisch. Wieso? Weil wir alle am Leben teilhaben, weil wir alle in diesem System leben. So bitter diese Erkenntnis manchmal sein mag: Wir sind alle Teil des Systems.

Jetzt kommt da so ein Schnarchnasen-Bund namens DFB daher und verbietet sich selbst in den eigenen Statuten jegliche politische Aussagen in einem Fußballstadion. Da applaudiert die Butter in der Pfanne. Während gesunder Menschenverstand und Empathie automatisch dafür sorgen sollten, dass Antifaschismus der kleinste gemeinsame Nenner aller ist – kommt der DFB auf die Idee des Jahrhunderts: Wir verdecken den Spruch „Kein Fußball den Faschisten“ im Millerntor. Wieso? Na, weil das eine politische Äußerung ist und der DFB gibt sich liebend gern unpolitisch. Es ist ja nur Fußball und Fußball bleibt Fußball und Politik bleibt… ach ne. Warte. Wie war das jetzt? Wir lassen Spieler*innen und Schiedsrichter*innen rote Karten gegen Rassismus vorlesen, das ist okay. Aber gegen Faschismus? Das geht dann ein bisschen zu weit – das haben wir bisher nicht diskutiert. Dafür gibt es keine roten Karten. Wir haben keine Kampagne vorbereitet. Werbung für den Antifaschismus? Einfach so? Nein, nein.

Troll dich, DFB. Während du mit einer NATIONalmannschaft bei einer WM antrittst und mit deinem achsolieben positiven Patriotismus dafür sorgst, dass jede*r Idiot*in wieder mit einem Deutschlandfähnchen umherwedelt, als gäbe es nichts schöneres auf der Welt – redest du dir nach wie vor ein, ein unpolitischer Bund zu sein.

Zum Hintergrund & mehr:
Lichterkarussell – DFB „neutralisiert“ Millerntor
stpauli.nu – Kein Fußball den Faschisten
Übersteiger – Kein Millerntor dem DFB

Treffend formuliert!

Da muss ich mich dann in Sachen Gewaltverzicht doch korrigieren: Das braune Pack sollte jede anständige Kurve selbstständig aus dem Block prügeln. Das haben wir früher so gemacht, das wird in Frankfurt heute noch so gemacht. Und da bin ich stolz drauf.

Peter Fischer, der Vereinspräsident von Eintracht Frankfurt, in einem generell sehr guten Interview mit der 11Freunde. Dem ist nichts hinzuzufügen. Danke für diese Worte.

Leverkusen unpolitisch

Beim Betrachten dieses Bildes ist es schon schwer möglich nicht zu lachen.
LEVNONPOLITICS

Bei diesem stellt mensch dann fest, dass der Geburtsort der Dummheit die Nordkurve in Leverkusen sein muss.
LEVNONPOLITICS2

Aber nach Intelligenz wird in Leverkusen ja eh nicht selektiert:

Strukturell gab es vor einigen Jahren eine wesentliche Änderung im Mitgliederkonzept, das nun vorsieht nicht mehr jeden in die Gruppe aufzunehmen, sondern die Leute vorher auf Mentalität und Einsatzbereitschaft zu prüfen und zu selektieren. Zudem ist eine Mitgliedschaft erst nach der Vollendung des 16. Lebensjahres und nach positiver Beurteilung eines Probejahrs möglich

- via Ufftas Leverkusen (einen Direktlink dahin sparen wir uns an dieser Stelle, das wollen wir euch nicht antun. Außerdem würden wir gern mal sehen wie mensch Mentalität prüft/misst.)

Leverkusen. So unpolitisch wie Kategorie C.

Update:
Auch afterchangeswearemoreorlessthesame hat sich diesem Thema, mit dem gebührenden Maß an Sarkasmus, angenommen.

Auch öDDel in die Stadien!

Jede*r kann seine Vereinspräferenzen ja setzen wie sie/er mag, aber heute sind auch wir sehr solidarisch mit der SG Dynamo, bzw. ihren Fans.

Da spricht der DFB einen Ausschluss aus dem nächsten DFB Pokal aus. Und warum?

In der mündlichen Verhandlung hatte der als erster Zeuge geladene Klaus-Dieter Dunkel von der DFB-Kommission Prävention und Sicherheit die Dynamo-Anhänger schwer belastet. Sie hätten einen «äußerst aggressiven Eindruck gemacht. Man hat zum Teil hasserfüllte Gesichter gesehen», sagte Dunkel.

Spox

Is‘ ja super. „Hey, guck nicht so böse! Das macht mir Angst!“ – ist das wirklich der zum Zitieren am besten geeignete Teil der Zeugenaussage? Super. Da haben die Taliban der Fans aber mal wieder kräftig um sich gehauen, mit ihren fiesen hasserfüllten Gesichtern. ‚Tschuldigung, lach doch mal. Jedes ordentliche Gericht hätte so eine Übertreibung in einer Zeugenaussage als „Verurteilungswillen“ seitens des Zeugen abgetan.

Solche Stadionüberfälle sind Anschläge auf den Fußball im Allgemeinen, die einer konsequenten Ahndung bedürfen.

Hans E. Lorenz, Vorsitzender des DFB-Sportgerichts, in seiner Urteilsbegründung. – via Kicker

Der arme Fußball. Wirklich. Diese Fans nerven uns ja auch schon lange. Die planen ständig von langer Hand Anschläge auf den armen kleinen Fußball, den sie überhaupt nicht mögen, und dieser kann sich nicht dagegen wehren. Da ist er, der niedliche Fußball, tut niemandem etwas und dann kommen einfach Menschen daher und versauen alles.
Ist ja auch so super praktisch einfach mal so pauschal für alle Strafen auszusprechen, auch für Unbeteiligte. Und dann wiederum schon verhandelte Ausschreitungen wieder mit in den Topf zu nehmen, um die nächste Strafe noch härter ausfallen zu lassen. Der Fehler ist nämlich natürlich nicht das Verhängen von Kollektivstrafen im Allgemeinen. Also wirklich. Nein nein. Die Strafe war nur einfach noch nicht schlimm genug. Da muss man halt noch mal härter durchgreifen! Sonst fühlt sich ja keiner mehr sicher.

Die Inspiration zum Titel nahmen wir daher