Archiv für November 2013

Nicht nur eure Sicht, liebe G.A.S!

3 mal einen Artikel angefangen und nun hat die G.A.S. eine Stellungnahme (Link zu Facebook) rausgehauen, die unserer Meinung doch nahezu entspricht. Also zieht euch das Ding rein! Mit uns rückt ihr auf jeden Fall näher zusammen.

Um nicht gleich jede Pfeife als gehirnamputiert zu bezeichnen, denn das wäre eine Beleidigung für die G.A.S., bitten wir darum, sich vom Gehirnschmalz dieser einen Teil abzuschneiden. Denn die G.A.S. gehört scheinbar zum klügeren Teil der Fanszene des FC Sankt Pauli.

Diese Stellungnahme spiegelt lediglich unsere Sicht der Dinge wieder.

Wir haben nun zwei Nächte über die ganze Diskussion um die Geschehnisse beim letzten Montagsspiel geschlafen und es geht uns nicht darum hier ein Fass auf zu machen welches eh schon sperrangelweit offen steht. Wir haben nur das Gefühl uns positionieren zu müssen, um mit denen enger zusammen zu rücken, deren Meinung wir teilen und anderen eine Abfuhr zu erteilen deren Meinung wir niemals sein werden. Dies nur vorweg.

Während in den letzten Monaten immer häufiger Probleme anderer Fanszenen in den Medien beleuchtet wurden, wir uns empörten und auch nicht selten solidarisierten, passiert bei uns am Millerntor etwas was bis dato noch unbekannt war und wir möchten und können dazu nicht schweigen.

Nazis haben in Aachen, Duisburg, Braunschweig, etc. aus einem bestimmten Grund ein erschreckend leichtes Spiel. Es geht nicht darum, dass ihre menschenverachtende Ideologie von einem Großteil der StadionbesucherInnen geteilt wird sondern schlicht und einfach um die Tatsache, dass sich ein Großteil der BesucherInnen einen Scheiß um Politik im Stadion oder im Allgemeinen kümmert.

Schlimmer noch, sie empfinden das linkspolitische Engagement der jeweiligen Ultra-Gruppierung, als übertriebene Nörgelei und fühlen sich gestört in ihrem Fußballerlebnis, welches sie doch eigentlich nur in Ruhe konsumieren wollen.

Das ist auch am Millerntor wohl nie anders gewesen und es gab immer Fans des FC St.Pauli die nur wegen Zuckerpass und Zaubertor ins Stadion gehen, die nur ihrem Alltag entfliehen wollen oder gemütlich ein Bierchen schlürfen möchten oder was auch immer.

Neu ist nur, dass sich diese vergleichsweise unpolitischen Fans nun, außerhalb von Forum und Facebook, auch im Stadion bemerkbar machen.

Statt zu sagen, hinter Aussage XY stehe ich persönlich nicht, also singe/rufe ich nicht mit, wird die eigene Fankurve ausgepfiffen. Und wer antifaschistische Rufe gegen eine naziverseuchte Fanszene, wie sie Cottbus nun mal hat, mit Pfiffen torpediert, solidarisiert sich nicht nur mit einem gewissen Teil der Cottbusser Fans sondern eben (wenn auch vielleicht ungewollt) mit den Rassisten und Faschisten dieser Fanszene. Und spätestens ab diesem Zeitpunkt ist die pfeifende Masse dann auch nicht mehr unpolitisch sondern macht sich zum Handlanger der im Gästeblock anwesenden Nazis.

Und selbst wenn die Adressaten nur einen geringen Teil der anwesenden Cottbusser ausmachen (und wir möchten das aufgrund vergangener Aktionen aus dem Umfeld des FC Energie Cottbus bezweifeln), werden diese sich halb tot gelacht haben ob der Reaktionen großer Teile des Publikums am Millerntor.

Die Nazis haben unerwartet Unterstützung erfahren, von jenen die es zu anstrengend finden ständig über Politik zu reden, von jenen die nun die Toleranzkeule schwingen und sagen man könne doch nicht alle über einen Kamm scheren.

Ganz nebenbei ist dies ja auch nie passiert. Nazischweine wurden als solche tituliert und wer sich nicht als Nazi sieht muss sich auch nicht angesprochen fühlen, basta.

Wer sich im Stadion über Sprechchöre wundert, kann sich auch erstmal informieren.

Und selbst wenn sich anwesende Nazis an diesem Montag unauffällig verhalten haben, so ist dies noch lange kein Grund sie zu tolerieren. Dieses Argument entbehrt jeglichem gesunden Menschenverstand und entspricht auch im Übrigen ganz und gar nicht der Gegengeradenaufschrift „Kein Fußball den Faschisten“.

Dies würde ja im Umkehrschluss bedeuten, dass ein Naziaufmarsch nicht anzugreifen ist wenn es sich um einen Schweigemarsch handelt.

Nach unserer Auffassung gehört sehr viel mehr dazu als, Piratenromantik, kultige Astrawerbung, Kiezkultur und Stangentanz um Fan des FC St. Pauli zu sein.

Nämlich ein Politikverständnis welches keine Zweifel aufkommen lässt, dass Nazis am Millerntor nicht willkommen sind und nur verlieren können.

100% Sankt Pauli! 100% Antifa! Kein Fußball den Faschisten!

G.A.S. Sankt Pauli

-Hervorhebungen von uns

P.S.: Wer der Meinung ist, die Südkurve und das politische Engagement von USP aufgund dieser ach so „plakativen“ Aktion in Frage stellen zu müssen, auf den sei herzlichst gepfiffen. Und wenn man eben nur dem Aufmerksamkeit schenkt, was Nazis nicht wollen, um sie zu nerven – besteht am Ende die Gefahr die Nazis selbst zu übersehen.

Sinnvoll Gebühren zahlen

Extra 3 veröffentlichte in der letzten Ausgabe ein verändertes Lied eines eher überflüssigen Hamburger Liedermachers. Dieser nutzt dies clever zur Promotion und sogar der CDU-Medienexperte und Bürgerschaftsabgeordnete Andreas W. findet laut „Bild“, das sei „keinem Gebührenzahler zu erklären“ (Spiegel)

Wir finden: Wenn mit unseren GEZ-Gebühren eine so auf den Punkt gebrachte Kritik finanziert wird, zahlen wir doch ausnahmweise mal gerne.

Und morgen, wenn der überbewertete Liedermacher in der Vorstadt singt, gehen wir natürlich demonstrieren!
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