Archiv für Juli 2013

Kommen wir da überhaupt rein?

Hier mal ein paar Auszüge aus der Stadionordnung des SC Preußen 06 e.V. den wir am kommenden Wochenende besuchen dürfen. Hoffentlich.

6. Der Verein SC Preußen 06 e.V. Münster spricht sich ausdrücklich gegen fremdenfeindliche, rassistische, gewaltverherrlichende, antisemitistische, links-, ausländer- und rechtsextreme Tendenzen aus.

Daher können Personen, die insbesondere von ihrem äußeren Erscheinungsbild in Zusammenhang mit ihrer politischen Einstellung den Eindruck einer extremen Haltung erwecken, von Veranstaltungen ausgeschlossen werden.
[…]
Weiterhin können Personen, die eine solche extreme Haltung durch Fahnen, Propagandamaterial oder Ausrufe darstellen, von Veranstaltungen ausgeschlossen werden.

1. Besuchern, die sich im Geltungsbereich dieser Stadionordnung befinden, ist das Mitführen folgender Sachen untersagt:
[…]
n. gewaltverherrlichendes, rassistisches, fremdenfeindliches, antisemitisches sowie rechts- und linksradikales Propagandamaterial;

2. Den Besuchern ist weiterhin verboten:
[…]
l. gewaltverherrlichende, rassistische, fremdenfeindliche, antisemitische sowie rechts- und linksradikale Parolen zu äußern oder zu verbreiten sowie Bevölkerungsgruppen durch Äußerungen, Gesten oder sonstiges Verhalten zu diskriminieren;

Besonders schwammig formuliert ist dieser Punkt:

5. Ebenso ist es verboten, sich im Umfeld und bei Veranstaltungen im Sinne dieser Stadionordnung mit anderen zusammenzurotten. Eine Zusammenrottung liegt vor, wenn mehrere Personen zu einem gemeinschaftlichen Handeln mit erkennbarem Willen auf Störung des öffentlichen Friedens zusammentreten.

Stehen wir dann im Block alle einzeln? Was ist Störung?

Noch Fragen? Also wir hätten da einige…
die Betreiber*innen dieses Blogs dürfen das Spiel auf jeden Fall nicht sehen.

„Bekackte Deutsche, nichts hat sich geändert…“

Vor einigen Tagen las ich einen Kommentar von Jean-Philipp Baeck in der Taz. In diesem ging es um eine Bürgerratssitzung in Bremen-Vegesack (Näheres bei EndOfRoad). Enden tat der Kommentar so:

„Was in Vegesack passiert ist, ist eine Schande. Und es macht Angst. Nicht auszudenken, wie es werden soll, wenn die Wutbürger richtig loslegen. Schon die Beiratssitzung erinnerte jene, die es erlebt haben, an die Zeit Anfang der 1990. Es liegt nun an allen Vernunftbegabten, zu verhindern, dass Vegesack Schule macht.“

Meiner erster Gedanke war: „Zu spät, Vegesack hat schon lange Schule gemacht.“

Bestätigt wurde ich leider schon heute.

In Berlin kam es gestern zu einer Informationsveranstaltung die der*die gemeine Deutsche Wutbürger*in nur zu gern besuchte. Es waren auch einige Antifaschist*innen vor Ort, die sich jedoch einer Übermacht an widerlichen Deutschen gegenüber sehen mussten. An die Zeit Anfang der 1990er Jahre erinnerten hier die Falschen.

Wer sich das ganze wirklich antun möchte, kann das hier tun. 87 1/2 Minuten rassistischer deutscher Volksmob (oh, entschuldigt diesen Pleonasmus).