Extremismustheoretische Aufregung

Rostock 2012. 20 Jahre nach dem Pogrom im Stadttteil Lichtenhagen.
Wir hatten uns schon über die gepflanzte Deutsche Eiche aufgeregt und unsere Freude zum Ausdruck gebracht, als diese gefällt wurde, da wir dies für unmögliches Gedenken halten.
Nun berichtet das Hamburger Abendblatt darüber, dass die am Rathaus angebrachte Gedenktafel gewaltsam entfernt wurde. Anstatt dieser wurde eine Gedenktafel angebracht, die die Inschrift „Für immer Deutschland“ trug. Das „S“ darin wurde in Runenschrift geschrieben.
Widerlich. Braucht mensch nicht drüber diskutieren.
Doch was schreibt das Hamburger Abendblatt weiter.

Damit ist auch das zweite Symbol zur Erinnerung an die fremdenfeindlichen Krawalle in Lichtenhagen entfernt worden. Die Friedenseiche vor dem Sonnenblumenhaus war nur vier Tage nach ihrer Pflanzung abgesägt worden.

Das hinter diesen beiden „Veränderungen“ komplett andere Gründe stehen wird in keinem Wort erwähnt. Die einen sprechen sich mit ihrer Aktion für ein würdiges Gedenken und einen vernünftigen Ansatz der Aufarbeitung aus, die anderen sind rassistische Nationalisten. Auf ein Stufe gestellt wird hier trotzdem.
Extremismustheorie ick hör‘ dir trapsen!

Dass die in Rostock ansässige Ostsee-Zeitung auf ihrer Startseite von „möglicherweise aus dem rechtsextremistischen Umfeld stammenden Täter[n]“ spricht, komplettiert diesen Hohn nur noch.