Archiv für November 2012

Ausverkaufte Sonntagsspiele

Der Artikel sollte eigentlich schon gestern online. Klappt ja nicht immer alles so, wie man sich das vorstellt. Zur JHV gibts zu nem anderen Zeitpunkt was;)

Was ein Spiel! Ein bisschen zu spannend zur Halbzeit (Danke Tschauner), aber dann, aber dann! Braucht mensch nicht viel zu sagen, Schön mal wieder einen so klaren Sieg feiern zu können.
Doch zum feiern war mir nicht so zu Mute. Bis der Marsch durch ist, ist es ja auch schon 16:30. Dann noch Stundenlang ein 4:1 feiern geht für die meisten Menschen an einem Sonntag einfach nicht.
Doch die Krux an Sonntagsspielen ist schon viel früher zu erleben. Das Stadion ist erst sehr spät gut gefüllt. In der Süd waren sogar relativ viele Ecken zu erkennen, an denen so wenig Fans standen, dass es beim Torjubel ersteinmal 10-12 Stufen nach unten ging. Das habe ich tatsächlich lange nicht erlebt.
Schon am Anfang des Spiels fiel auf, dass die Business Seats auf der Haupt relativ leer waren. Je weiter es in Richtung Spielfeld ging, desto mehr freie Plätze waren zu sehen. Als der Süd-Stehbereich dann die Süd-Sitzer aufforderte war dieses Phänomen auch dort zu erahnen. Also, Stadion nicht ausverkauft, dachte ich mir. Als jedoch auf der Anzeigentafel zu sehen war, dass das Spiel ausverkauft ist, wurde ich ein wenig sauer.
Ja, es ist immer schwierig nur auf den Sitzplätzen rumzuhacken, das stimmt wohl, aber dort ist es einfach zu sehen wenn die Leute fehlen, in der Süd hört mensch es dann eher an der Lautstärke (die gestern auch nicht die dollste war).
Und trotzdem es so einfach ist, bin ich der Meinung, dass man auch dort am Meisten kritisieren sollte. Ich empfinde es so, dass die Kartenweitergabe in der Süd (in den anderen Steh-Bereichen kann ich es nicht beurteilen) relativ gut funktioniert, da die Karten recht beliebt sind. Auf den Business-Seats scheint dies gar nicht zu funktionieren.
Warum müssen diese Plätze leer bleiben, wenn die „Eigner“ (meist Firmen) nicht zu den Spielen kommen?
Kann nicht ein System eingeführt werden, dass die Plätze weiter vergeben werden?
Idee:
Wenn ein Paar Tage vor dem Spiel klar ist, dass die Plätze nicht vergeben werden können, rufen die Sitzplatzeigner beim Verein an. Der Verein kooperiert mit verschiedensten Sozialen Projekten, ruft diese an und Ehrenamtlich Arbeitende oder Klienten von diesen Einrichtungen übernehmen umsonst die Plätze.
So kann Menschen für ehrenamtliches Engagemant gedankt werden, oder Menschen die es sich nicht leisten könne, können ins Stadion und werden noch mit Essen und Getränken verwöhnt.
Damit das ganze auch angenommen wird, muss vielleicht auch mal ein netter Brief (oder mehr) an die Firmen gehen, die ihre leeren Plätze nicht melden.

Sicher, die Idee ist noch nicht 100% ausgereift und ich bin nicht der Erste der darauf kommt, aber vielleicht sollte man da mal wieder drüber sprechen/nachdenken.
Vielleicht wissen diese Menschen das Spiel dann auch deutlich mehr zu schätzen und die Haupttribühne sieht 3 Minuten nach Anpfiff nicht so aus: http://www.flickr.com/photos/spanier/8217187981/lightbox/

Er lügt also doch.(?)

Das Lichterkarussell hat die Diskussion um Gernot Stenger wieder neu aufgemacht.
Doch wo bleibt der Aufschrei!? Gut, vielleicht wundert einen inzwischen bei diesem Präsidium nichts mehr. Wäre durchaus verständlich.
Doch in diesem guten aber langen Artikel geht der wichtigste Satz schnell unter, deshalb hier noch einmal herausgestellt:

Aus diesem Protokoll geht hervor, dass das Papier und sein Inhalt dem Präsidium bekannt war und, dass eine grundsätzliche Zustimmungsfähigkeit beschlossen wurde.

Übersetzt: Stenger hat mit seiner Stellungnahme die Öffentlichkeit angelogen.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Anstatt endlich ehrlich in die Offensive zu gehen hält sich Stenger daran lieber alle anzulügen. Schade. Nicht mein Sankt Pauli (um mal im Gutmenschensprech, der in unserer Fanszene ja so beliebt ist, zu bleiben).

Wir finden, dass das Präsidium sehr gut damit fahren würde, diesen Teil des Protokolls zu veröffentlichen und ehrlich mit den Mitgliedern des Vereins dem sie vorstehen umzugehen. Auch wenn man dann vielleicht einfach mal Fehler eingestehen muss. Fehler sind, wie LK schon schrieb, menschlich. Verzeihen kann man diese bis zu einem bestimmten Zeitpunkt. Irgendwann nicht mehr. Und dann müssen Konsequenzen folgen, nicht nur für Stenger, sondern für alle.

Endlich Wohnraum!

Da berichtet die oft wie eine Mischung aus Bild und Provinzpostille wirkende „Hamburger Morgenpost“ heute über ein Wohnprojekt! „Toll!“ Dachte ich im ersten Moment, als ich den Tab in den Blocknews ganz oben sah:
WohnprojektMopo
Endlich Umwandlung von Leerstehenden Gewerbe-/Büroflachen in Wohnraum.
Also gleich mal draufgeklickt in der Hoffnung bald Innenstadtnah in Hammerbrook, Billbrook oder ähnlich wohnlich attraktiven Stadtteilen eine Wohnung zu finden.
Pustekuchen!
„Sensationelles Projekt: Schöner wohnen in der City!“ kündigt die Mopo an…für unglaublich günstige 4000€-6500€ pro Quadratmeter! Ich werde sofort meinen Freunden bescheid sagen, dass wir endlich bezahlbaren Wohnraum für ein Wohnprojekt gefunden haben. -.-
Meine Fresse liebe Mopo, merkt ihr noch was? In den letzten Tagen noch durchaus richtig die Stadt für ihren Leerstand kritisiert und heute feiern, dass gut betuchte Hamburger endlich Wohnungen finden können.
Der Großteil des Problems sind nicht die Oberschicht Hamburgs, die keine Wohnung mehr finden. Das Problem ist der nicht mehr bezahlbare Wohnraum für Geringverdiener, Studenten etc. Die teilweise nichteinmal in dem Stadtteil wohnen können in dem sie seit 20 Jahren oder länger wohnen.
Aufwachen liebe Mopo! Schluss mit der Doppelmoral!
Für mehr bezahlbaren Wohnraum!

Die Welt wär‘ vielleicht besser

Am 31.10.2012 wurde ein nahezu theatralisches Video auf Youtube veröffentlicht. In diesem Video erzählt uns Philipp Burger (entspannt auf einem Stuhl sitzend), der Sänger der Band Frei.Wild Dinge über seine Band, den Begriff Heimat, seine politische Einstellung und zur kommenden Tour.

Zu Beginn kündigt er an: „Ich werde nun auf Themen eingehen, die so noch nie besprochen wurden und ich werden Aussagen treffen, die so noch nie gesagt wurden – zumindest nicht von mir.“ Nun gut. Fassen wir einmal zusammen, was der Herr Burger denn da insgesamt so gesagt hat.

So erwähnt er ein Interview „aus 2007/2008″ in dem er gesagt habe, jeder Mensch mit einer beliebigen politischen Einstellung sei auf einem Frei.Wild Konzert willkommen. Und bezeichnet seine damaligen Worte als unweise – er habe das nicht hinterfragt. Frei.Wild sagt ja eigentlich seit eh und je, genau genommen seit die Band existiert in allen Medien, Büchern und DVDs, dass sie keine Nazis auf ihren Konzerten möchten. Sie haben sich immer schon klar gegen Nationalsozialismus und rechte Gesinnung ausgesprochen und sind sowieso ganz ganz weit entfernt von rechtem Gedankengut. Außerdem sind sämtliche Anspielungen in den Medien haltlos und an den Haaren herbeigezogen.
Laut Burger (& vermutlich auch dem Rest der Band) gehört die Zugehörigkeit zu einem Land zum Grundbedürfnis des Menschen. Südtiroler haben eine andere Verbindung zu dem Begriff Heimat als es Deutsche haben – das hat nichts mit rechts sein zu tun.
Frei.Wild sei eine gesellschaftspolitische und keine belanglose Band, so Burger. Sie werden sich beschweren, wenn ihnen etwas nicht passt.
Gemeinsam als Band, mit ihrer Crew und ihren Fans wollen sie auf der Tour ein Zeichen setzen: Es soll kein einziger Nazi auf einem Frei.Wild Konzert geduldet werden.

Frei.Wild bestätigt mit diesem Video also wieder nur einmal das, was schon unlängst bekannt ist: Sie kennen den Unterschied zwischen Nationalsozialismus und Nationalismus nicht, versuchen die Geschichte des Sängers Burger zu verschleiern und sind auch sonst nicht besonders helle (entschuldigt).

Weitere Informationen zu Frei.Wild unbedingt hier nachlesen, weil wirklich sehr gut recherchiert und ausführlich:

Kein Frei.Wild!
Frei.Wild – “unpolitischer” Hass auf “Gutmenschen”

und nachgereicht noch ein Artikel von Thomas Kuban bei „Endstation Rechts“

„Die Welt wär‘ vielleicht besser.“ – „Wie?“ – „Frei.Wild endlich aufgelöst.“

(und weil wir das Video nicht hier im Blog haben wollen, hier unauffällig der Link: Frei.Wild – Klare Worte von Philipp Burger