„Fußball bleibt Fußball & Politik bleibt Pol…“ – Moment mal

Nicht häufig passt der Spruch „Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte“ besser als in diesem Fall. Gestern veröffentlichte 11Freunde ein Interview mit Thilo Götz, einem Vorsänger von Eintracht Braunschweig. In diesem Interview geht es hauptsächlich um den Flyer „kurvenlage“ bzw. die „Initiative gegen rechte (Hooligan-)Strukturen“. Thilo Götz äußert in diesem Interview äußerst interessante Sichtweisen zu Nazis und rechtem Gedankengut bei Eintracht Braunschweig.

So empfindet er es als störend, dass nun sportliche Erfolge der Mannschaft in den Hintergrund rücken und stattdessen politische Debatten stattfinden. Außerdem nutzen die „Ultras Braunschweig“ auch noch die Vereinsfarben Blau-Gelb für ihre linke Politik. Und damit nicht genug: Bei Auswärtsspielen starten sie außerdem ihren eigenen „Ultra-Singsang“. Zum Glück hatte Thilo Götz beim Auswärtsspiel gegen Union Berlin erbarmen und zeigte nach eigenen Aussagen nicht auf die Ultras – denn dann wären sie von den eigenen Fans aus dem Stadion hinaus geprügelt worden.

Stattdessen ist Thilo Götz der Meinung, dass rechte Tendenzen durchaus in Ordnung seien. Immerhin tun diese Leute im Stadion niemanden was. Diese Ansicht vertreten laut ihm auch weitere Fans. Es sei sogar der Grundtenor.

Lieber Thilo Götz, mit Verlaub, das was du da von dir gibst, ist im wahrsten Sinne des Wortes ganz große Kackscheisse. Nein, es ist absolut nicht in Ordnung, wenn ein sportliches Ereignis, wie ein Fußballspiel für rechte Ideologie genutzt wird und es ist ebenso wenig in Ordnung, wenn dies auch noch von anderen Fangruppierungen ignoriert und toleriert wird. Rechtes Gedankengut hat in einem Stadion nichts zu suchen. Genauer genommen hat dieses Gedankengut nirgendwo etwas zu suchen. Und wenn sich die „Ultras Braunschweig“ (und andere) gegen diese Tendenzen in der Kurve stellen, dann ist das nicht kritikwürdig, sondern in jedem Falle unterstützenswert. Sportliche Erfolge einer Mannschaft hin oder her. Und nur, weil dir das vielleicht nicht in den Kram passt und es dein persönliches „Stadionerlebnis“ (sic!) zerstört – so hast doch auch du, als Vorsänger, eine politische Verantwortung aus der du dich nicht so einfach davonstehlen kannst.

Mir kommt bei deinen Aussagen ehrlich gesagt etwas Kotze hoch.

Derweil gibt es bei Jan Tölva ein lesenswertes Interview mit einigen Ultras Braunschweig.

Und auch, wenn es sich nicht gut anfühlt: Das Interview gibt es zum Nachlesen hier.

Und außerdem: zur Intitiative gegen rechte (Hooligan-)Strukturen & den Ultras Braunschweig